Fragen & Antworten zu Neurofeedback

Was bedeutet Biofeedback?

Feedback bedeutet Rückmeldung.

Beim Biofeedback werden körperliche – also biologische – Zustände wie Muskelspannung, Temperatur, Herzschlag gemessen und sichtbar gemacht. Diese sind der unmittelbaren Wahrnehmung sonst nur begrenzt zugänglich. Sie werden mit Sensoren, die an der Haut oder an den Fingern angebracht werden, erfasst.

Was ist Neurofeedback bzw. EEG‑Biofeedback?

Neurofeedback ist eine wissenschaftlich fundierte Methode, die die Selbstregulierung der Hirnwellentätigkeit fördert. Durch mehr Flexibilität und Gleichgewicht im Gehirn kann dies den Weg zu erfolgreicherem Lernen, weniger Ängsten oder besserem Schlaf eröffnen.

EEG-Biofeedback, wie es auch heißt, ist der Prozess die Hirnwellentätigkeit in bestimmten Regionen zu normalisieren, d.h. gesunde Hirnwellenmuster zu verstärken. Dies beeinflusst den emotionalen Zustand und die kognitive Leistung positiv, bei ausreichender Wiederholung auch dauerhaft.

Kann man mit Neurofeedback-Training Konzentration und Aufmerksamkeit lernen?

Beim Neurofeedback – auch EEG‑Biofeedback genannt – werden mit Elektroden an der Kopfoberfläche die Hirnströme (EEG, lang Elektroenzephalographie) gemessen und diese Aktivität wird den Trainierenden gespiegelt. Auf diese Weise werden die körperlichen Zustände beobachtbar. Die Trainierenden können lernen, Zusammenhänge zwischen körperlichen Reaktionen und der Symptomatik, die sie beeinträchtigt, wahrzunehmen und zu verändern.

Über diesen Weg kann der Trainierende auch lernen konzentrierter und aufmerksamer zu sein, d.h. fokussiert und wach.

Was sind Hirnwellenmuster (EEG)?

Das Gehirn besteht aus ca. 100 Milliarden Nervenzellen, den Neuronen. Die Reizweiterleitung, d.h. die Weiterleitung von Informationen in einer Nervenzelle, erfolgt über kleine Ströme. Aus der Summe dieser Ströme aller gleichzeitig „feuernden“ Neuronen bildet sich ein elektrisches Feld, das an der Kopfoberfläche mit Elektroden gemessen werden kann.

Dieses elektrische Feld ändert sich ständig, je nach Aktion, denn das Gehirn ist ständig und ununterbrochen in Aktion. Das EEG (Elektroenzephalogramm), bzw. die EEG-Wellen sind eine grafische Darstellung dieser Schwankungen in diesem elektrischen Feld, welches auf der Kopfoberfläche ankommt.

Diese EEG-Wellen setzen sich aus langsamen und schnellen Wellen zusammen, welche unterschiedliche Aufgaben bei der Hirnfunktion erfüllen. Vermehrt langsame Wellen werden produziert, wenn der Mensch schläft. Beim Erfüllen einer Aufgabe entstehen an den entsprechenden Stellen im Gehirn schnelle Wellen.

Bei neurologischen Untersuchungen untersucht der Arzt das EEG gezielt auf veränderte oder atypische Wellen, die auf Krankheiten (z.B. Epilepsie) oder Schädigungen (z.B. Schlaganfall) hindeuten können.

Beim EEG Biofeedback geht es um die Verteilung und Menge dieser langsamen und schnellen Wellen in den verschiedenen Hirnregionen, d.h. um die quantitative Verteilung. Die hierdurch entstehenden Hirnwellenmuster können Hinweise auf die Problematik geben und sind ein Bestandteil der Behandlungsplanung und -kontrolle.

Durch neuste Hirnforschungen weiß man, dass bestimmte Verhaltensweisen und Störungen mit bestimmten Hirnwellenmustern einhergehen können. Diese resultieren oftmals aus Fehlregulierungen, mangelndem Gleichgewicht im Gehirn und unzureichender Flexibilität. Auch Hirnschädigungen durch Krankheit oder Unfall verändern diese Muster.

Was ist ein QEEG – Quantitatives EEG?

Um die Hirnwellenmuster für uns sichtbar zu machen, wird das gemessene EEG mit den Daten einer gesunden Normbevölkerung verglichen. Dieser Abgleich mit der Normdatenbank erfolgt mittels einer speziellen Auswertungssoftware.

Die hierbei entstandenen „EEG-Landkarten“ dienen als Orientierung für den Therapeuten. Sie zeigen, wo das Gehirn zu viel oder zu wenig arbeitet oder wo die Kommunikation zwischen einzelnen Regionen im Gehirn möglicherweise zu wenig oder zu starr ist.

Diese Daten, kombiniert mit den aktuellsten neuropsychologischen Erkenntnissen aus der Hirnforschung, geben Hinweise über die mögliche Problematik. Nur wenn dies mit der Vorgeschichte und dem Krankheitsverlauf des Klienten zusammenpasst, erfolgt daraus dann ein Behandlunggrund.

Ein QEEG alleine, ohne weitere Informationen über den Menschen, ist nicht aussagekräftig!
Weiter kann die Hirnwellenverteilung keine Aussage über die Gedanken und derzeitigen Gefühle des Menschen machen.

Hilft Neurofeedback immer?

Neurofeedback wirkt oft, aber leider nicht immer. Es gibt einige Menschen das Feedack nicht adaptieren können, d.h. ihr Gehirn kann z.B. die Belohnung nicht verstehen oder es kann sich aufgrund anderer Probleme, psychischer oder körperlicher Art, nicht verändern. Dies kann auch nur ein kurzfristiger Zustand sein.

Manchmal ist dann eine andere Therapieform sinnvoller oder sollte dem Neurofeedback vorgeschoben werden.

Auch wenn das Training hilft, können die Erfolge bei jedem anders aussehen. Einige können nach einiger Zeit ganz z.B. auf Medikamente verzichten, andere nie, erreichen aber wichtige Verbesserungen im alltäglichen Leben.

Es lässt sich nicht voraussagen, wie ein Klient reagieren wird.

Wichtig sind daher genaue Beobachtungen des Therapeuten.

Genauso wichtig sind aber auch Beobachtungen des Klienten und/oder dessen Angehörigen über Veränderungen im alltäglichen Leben. Je genauer der Klient diese dem Therapeuten zurückmeldet, desto gezielter kann der Therapeut arbeiten und notfalls auch andere Wege vorschlagen.

Operantes Konditionieren

Dies ist ein Lernmodel aus der Verhaltenspsychologie. Ein Verhalten, das mit einem positiven, angenehmen Reiz verstärkt, d.h. belohnt wird, hat Erfolg und wird somit häufiger wiederholt.

Ein Verhalten, bei dem hingegen ein unangenehmer Reiz folgt oder, wie hier beim Neurofeedback, die Belohnung ausbleibt, wird seltener angewandt.

Hierdurch kommt es zu einem Lernen am Erfolg, beim Neurofeedback geschieht dies auf Ebene des Gehirns.